Eine Sensibilisierungskampagne von Lymphome.ch
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Lymphome in der Hausarztpraxis
Lymphome gehören zu den zunehmenden Krebsarten, dennoch sind Lymphome eine sehr seltene Erkrankung in der Hausarztpraxis. Da manche Symptome gutartigen Erkrankungen ähneln können, kann die Diagnose eines Lymphoms für Hausärztinnen und Hausärzte schwierig sein.
Ein Hausarzt sieht im Laufe seiner Karriere sehr wenig Lymphompatient:innen. Die eigentliche Behandlung eines Lymphoms erfolgt meistens in den Hämatologie- und Onkologieabteilungen der Spitäler oder in Spezialpraxen. Die Nachsorge (Follow-Up) oder die Langzeitbetreuung älterer Lymphombetroffenen wird vielfach in einer Hausarztpraxis durchgeführt.
Viele Hausärztinnen und Hausärzte haben Lymphome nicht auf dem Radar. Weltweit sind Fachpersonen aus der Medizin und Lymphom-Patientenorganisationen daran, die Primärversorger zu sensibilisieren, bei einer Untersuchung auch an eine potenzielle Lymphom-Erkrankung zu denken. Um diesen Prozess zu fördern, wurde ein Algorithmus für Hausärztinnen und Hausärzte erstellt.
Zeichen und Symptome eines Lymphoms
Es gibt kein Screeningprogramm für Lymphome, und sie sind in der Regel im Blut nicht nachweisbar. Diese komplexe Gruppe von miteinander verbundenen, aber biologisch unterschiedlichen Erkrankungen weist eine Reihe unspezifischer Symptome auf, äussert sich jedoch meist in Form einer Lymphadenopathie oder einer Vergrösserung/Schwellung eines oder mehrerer Lymphknoten, manchmal begleitet von systemischen Symptomen. Die allgemeinen Symptome können jedoch auch auf andere, weniger ernsthafte Erkrankungen hinweisen und sind daher kein ausschliessliches Indiz.
Wenn ein Patient:in keine Schwellung aufweist, aber eine Kombination von physischen Symptomen hat, wie z.B. unerklärliches Fieber, extremer Nachtschweiss, ungewollten Gewichtsverlust und Unwohlsein, dann ist dies eine Gruppe von Symptomen, die den Verdacht auf ein Lymphom nahelegen, obwohl es auch andere Ursachen geben kann.
Ursachen für eine Lymphom-Erkrankung
Die Ursachen der meisten Fälle von Lymphomen sind unbekannt. Es lässt sich noch keine vorausbestimmende Risikoexposition identifizieren. Bemühungen, konstitutionelle oder umweltbedingte Risikofaktoren zu identifizieren, werden durch die Vielfalt der Lymphom-Arten eingeschränkt. Manche Arten von Lymphomen sind mit bestimmten Infektionen verbunden. Das MALT-Lymphom des Magens wird mit einer Infektion mit Helicobacter pylori in Verbindung gebracht. Eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus ist zusammen mit einer Immunschwäche mit einem erhöhten Lymphom-Risiko verbunden, die infektiöse Mononukleose ist ein mittlerer Risikofaktor für Hodgkin-Lymphom. Infektiöse Organismen, beruflicher Kontakt mit Pestiziden und Herbiziden und bestimmten anderen Chemikalien, Lebensstilfaktoren wie Rauchen stellen ein mittleres bis geringes Risiko für die Entwicklung von Lymphomen dar. Menschen mit erworbenen oder angeborenen Immundefekten und Immundysregulationszuständen haben ein erhöhtes Risiko, lymphoproliferative Erkrankungen einschliesslich Lymphome zu entwickeln. Bei HIV/AIDS besteht ein lebenslanges Risiko für Lymphome. Ähnliche Erhöhungen sind bei Patientinnen und Patienten zu beobachten, die nach einer Organ-Transplantation chronisch immunsupprimiert werden.
Diagnose Algorithmus für Hausärztinnen und Hausärzte
Die frühzeitige Diagnose und eine präzise Erfassung des Erkrankungsstadiums sowie der unmittelbare Beginn einer angemessenen Behandlung durch ein multidisziplinäres Team erhöhen die Überlebensrate von Lymphom-Patientinnen und -Patienten. Aufgrund der Seltenheit von Lymphomen ist diese Krebsart bei den Hausärztinnen und Hausärzten nicht sehr präsent. Um die Fachpersonen bei der primären Anlaufstelle der Betroffenen, also in der Hausarzt-Praxis, zu sensibilisieren, lanciert Lymphome.ch – Patientennetz Schweiz einen einfach verständlichen, handlichen Diagnose-Algorithmus. Dieser wurde vom medizinischen und wissenschaftlichen Beirat (Medical and Scientific Advisory Committee) der Leukaemia Foundation Australien erstellt und von Lymphome.ch Patientennetz Schweiz als deutsche Version herausgegeben.
Der Diagnose-Algorithmus kann unter www.lymphome.ch/Expertenbereich heruntergeladen oder in gedruckter Form bestellt werden.
Ergänzend dazu, hat Lymphome.ch zusammen mit Lymphomspezialisten aus der Schweiz das 9-teilige Videoprogramm 'Lymphome in der Hausarztpraxis' zur Sensibilisierung für die Zeichen und Symptome eines Lymphoms erstellt.
Diagnose und Betreuung von Lymphom-Patientinnen und -Patienten
Wer bei einer Patientin oder einem Patienten eine Lymphom-Erkrankung vermutet, soll die Person umgehend an eine Fachperson Hämatologie oder Onkologie mit Erfahrung in der Behandlung von Lymphomen überweisen. Ein interdisziplinäre Behandlung kann die Überlebenschance verbessern und die Lebensqualität von Menschen mit Lymphomen zu erhöhen.